Die Psychologin Gabriele Oettingen hat beobachtet, dass Optimismus und positives Denken allein nicht ausreichen, um Ziele zu erreichen:

„Positive Phantasien, Wünsche und Träume, die wenig Verbindung zu früheren Erfahrungen aufwiesen, motivierten nicht zu einem Handeln, das seinerseits zu einem Leben mit mehr Energie und Engagement führte. Das Gegenteil war der Fall.“ (Die Psychologie des Gelingens, S. 28)

Für den Schreibprozess bedeutet das: Langanhaltende Motivation entsteht, wenn Sie neben Ihren Wünschen auch einen Blick auf die zu erwartenden Hindernisse (und deren Lösungen) werfen. Mit WOOP wird dann aus Ihrem Wunsch ein Plan:

Wish (Wunsch) – Outcome (Ergebnis) – Obstacle (Hindernis) – Plan (Plan).

Formulieren Sie Ihren Wunsch

Dabei können Sie entweder SMART vorgehen oder sich ein Mottoziel erarbeiten.

Visualisieren Sie das Ergebnis

Stellen Sie sich vor, wie es sich anfühlt, wenn sich Ihr Wunsch erfüllt. Beim Schreiben kann das schönste Ergebnis vielleicht die Freude über die abgegebene Bachelorarbeit sein oder das befreiende Gefühl, endlich nicht mehr permanent an die Dissertation denken zu müssen.

Benennen Sie Ihr inneres Hindernis

Was hält Sie davon ab, Ihren Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen? Vielleicht haben Sie Angst vor einer ungewissen Zukunft und schaffen es deshalb nicht, Ihre Masterarbeit (und damit Ihr Studium) zu beenden. Oder Sie quälen sich ganz generell mit schriftlichen Arbeiten, weil Ihr Perfektionismus Sie nie zufrieden sein lässt.

Egal, was es ist: finden Sie heraus, was Ihr größtes Hindernis beim Schreiben ist! Gehen Sie am besten systematisch vor und nutzen Sie die Sieben-Fragen-Analyse.

Machen Sie sich einen Plan

Ist das Problem erstmal identifiziert, können Sie gezielt nach einer Lösung suchen. Überlegen Sie sich, was Sie tun müssen, um Ihr Hindernis zu überwinden und entwickeln Sie sich detaillierte mit „Wenn-dann“-Plänen:

Wenn ich merke, dass ich wieder zu viel Zeit für die Recherche aufwende, dann höre ich sofort auf zu lesen und konkretisiere den Leseauftrag im Hinblick auf die Forschungsfrage.