Ein Satz geschrieben – zwei durchgestrichen. Kommt Ihnen diese Vorgehensweise bekannt vor? Dann hat wahrscheinlich der Kritiker in Ihnen wieder zugeschlagen.

Hören Sie Stimmen?

Auch wenn Sie keine multiple Persönlichkeit sind, werden Sie zugeben müssen, dass es unterschiedliche „Stimmen“ in Ihnen gibt. Das führt dazu, dass Sie sich beim Schreiben manchmal hin- und hergerissen fühlen.

Da sitzen dann Engelchen und Teufelchen auf Ihren Schultern und reden auf Sie ein: „Das ist wichtig, schreib es auf!“ und „Das stimmt so doch gar nicht, das muss sofort wieder weg!“

Beide haben Recht

Die Überlegung, auf wen Sie jetzt hören sollen, kostet viel Zeit – und die Entscheidung fällt nicht leicht. Denn meist haben beide Recht. Sie bewerten die Situation nur aus unterschiedlichen Perspektiven.

Der Träumer in Ihnen hat eine grandiose Idee. Er weiß jetzt, wie das Problem, über das Sie seit Tagen nachdenken, am besten dargestellt werden kann. Aber kaum hat er einen Vorschlag geäußert, kommt der Kritiker und macht alles zunichte.

Am Ende sitzt der Träumer traurig in seiner Ecke und traut sich gar nichts mehr zu sagen. Das ist das Ende jeglicher Kreativität – und der Anfang einer Schreibblockade.

Lassen Sie den Träumer nicht allein

Um das zu verhindern, sollten Sie einen Schlichter dazu holen: den Realisten.

Während der Träumer fernab von der Wirklichkeit seiner Phantasie freien Lauf lässt, bringt der Realist die Träume zurück auf den Boden der Tatsachen.

Dem Kritiker, der immer Argumente dagegen findet, zeigt er die vorhandenen Möglichkeiten auf und sucht gemeinsam mit ihm nach Wegen, die Ideen des Träumers umzusetzen.

So funktioniert Teamwork

Achten Sie im Schreibprozess darauf, dass Sie den drei beschriebenen Rollen ausreichend Raum geben. Wichtig ist dabei, dass Sie die Reihenfolge einhalten und den Kritiker auf keinen Fall zum Träumer lassen.

Mehr Informationen über die hier vorgestellten Rollen gibt es in meinem Beitrag Wie Träumer, Kritiker und Realist am besten zusammenarbeiten.